
| Aus dem Pfarramt Impressum |
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Zweiter Weihnachtsfeiertag 2011, SchienenPfarrer Klaus
Liebe Gemeinde Weihnachten ist in besonders lichtvolle Zeit. Lichterglanz säumt die Straßen, Stuben. Manch weihnachtlich beleuchteter Garten auf der Höri sorgt sicher für Rekordumsätze beim Stromunternehmen. Aber vielleicht zeigt unsere lichtverzauberte Welt ja nur, was wir uns erhoffen. Vielleicht sind die vielen Lichter ein Spiegel unserer Wünsche, spiegelt der Lampenschein das Hoffen der Seele. Wir suchen den hellen Schein, der unser Gesicht und unsere Herzen erreicht. Wenn ein Kind geboren wird, sagen wir: Es erblickt das Licht der Welt. Aus dem dunklen Mutterleib nimmt das Kind den ersten hellen Schein wahr. Und wenn es größer wird, wird es merken: Die Welt, in die wir geboren werden, ist eine mit Licht und Schatten. Sie liegen eng beieinander. Sind miteinander verwoben. Da werden etwa in den Weihnachtstagen über drei Milliarden Euro gespendet. Da denken Menschen an andere, teilen, geben ab, lassen sich anrühren. Sie wollen, dass es anderen besser geht. Aber zugleich wird es morgen wieder eine Welt sein, in der gewettet wird auf den Bankrott von Staaten. Und je mehr das tun, desto stärker wird der Sog mit gewaltigen Auswirkungen auf das Vertrauen in ein Land und seine wirtschaftlichen Möglichkeiten. Es ist eine Welt, in der Schüler in der Pause ganz selbstverständlich zum Türken Achmed gehen. Denn Achmed hat den besten Döner der Stadt und den billigsten dazu. In diese Welt fällt das Licht der Weihnacht. Da ist ein Kind geboren. Und es ist nicht auszulöschen! Gottes Antwort auf menschliche Dunkelheit ist Weihnachten. Christus ist da: Fortan will ich glauben: Dunkelheiten sind dazu da, das Licht noch heller scheinen zu lassen. Sie lassen uns aufbrechen, suchen, fragen nach dem, was weiterführt. Dunkelheiten sind Krücken des Lichts. Leonard Cohen schrieb einmal ein schönes Lied. Da heisst eine Zeile: “There is a crack in everything- That's how the light gets in”. Auf Deutsch:: Da geht ein Riß durch die Welt und durch jedes Leben. Aber durch diesen Riß geht das Licht hinein. Es scheint in diesen Spalt. Es beleuchtet ihn und verändert ihn zugleich. Schau auf das Weihnachtslicht. Es trägt den Namen “der Friedefürst.“ Manchmal spür ich ihn sehr nah. Manchmal wünsche ich ihn mir und spüre zugleich meine eigenen Schattenseiten. Ich kann anders als viele von mir denken. Ich spür den Riß in mir selbst. Wie schwer es fällt, zu sagen, das war nicht recht und gut! Nicht nur der Bundespräsident braucht manchmal Wochen dafür. Das alles rechtens und legal ist, ist noch keine Antwort und Trost des Herzens. Schau auf das Licht. Es trägt den Namen „Friedefürst und Gott Held“. Manchmal denk ich mir: Man sollte sich mehr einsetzen. Man müsste mehr tun. Und die Weihnachtsansprachen allerorten stecken voller Appelle und gut gemeinter Mahnungen. Aber ich weiß: Appelle machen auch müde! Was soll ich denn noch tun?! Es tut gut zu vertrauen, dass Gott nicht nur unsere heldenhafte Kraft braucht, sondern auch ohne uns Großes tut. Das Licht der Weihnacht geht irgendwo auf während wir ruhig schlafen. Und es lässt uns ruhig schlafen. Schau auf das Licht. Und sein Name ist “Friedefürst, Gott Held und wunderbarer Ratgeber“. Du magst denken, unsere Welt ist so kompliziert geworden, komplex die Zusammenhänge. Tausend Menschen, tauend verschiedene Ratschläge in Krisen. Ja, einfache Lösungen gibt es nicht! Und da will ich euch sagen: Da ist das Licht-Es heisst: wunderbarer Ratgeber. Anziehend an Christus sind bis heute seine Wert und Grundhaltungen. Sie sind wie Lichtpunkte für das Denken und Entscheiden, für das Abwägen: Was ist gut, besser oder weniger schlecht? Sie sind Lichtfunken für den Zusammenhält unsere Gesellschaft. Darauf bauten wir und wir bauten gut darauf. Schau auf das Licht. Und sein Name ist „Friedefürst, Gott Held, wunderbarer Ratgeber und Ewig Vater“. Und das Volk, das im Finstern wandelt sieht ein helles Licht. Es gibt von dem russischen Clown Popov einen wunderbare Zirkusnummer. Eine nachdenkliche Nummer. Und sie bringt mir Weihnachten näher. Und das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein helles Licht.
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| Jesaja 9 |
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| Und das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein helles Licht. Über denen, die im dunklen sitzen, scheint es hell.
Uns ist in Kind geboren und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und sein Name heisst. Friedefürst, Gott Held, wunderbarer Ratgeber, Ewig Vater. Amen |